Zum Inhalt springen

Konflikt & Zusammenarbeit

Konflikte am Arbeitsplatz lösen, bevor sie eskalieren

Ungelöste Spannungen kosten Energie, Vertrauen und oft gute Mitarbeitende. Wie Sie früh und fair einen Weg finden.

Kernaussage

Viele Konflikte am Arbeitsplatz eskalieren, weil zu lange weggeschaut wird. Wer früh hinschaut und allparteilich bleibt, findet meist einen tragfähigen Weg, bevor die Fronten hart werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Konflikt am Arbeitsplatz ist normal, das Wegschauen macht ihn teuer
  • Eskalation verläuft in Stufen, jede Stufe verengt den Spielraum
  • Oft hilft schon ein klärendes Gespräch, geführt mit Haltung statt Schuldzuweisung
  • Bei verhärteten Fronten schafft ein allparteilicher Aussenblick Bewegung
  • Mediation ist schneller, günstiger und beziehungsschonender als ein Rechtsweg

Warum Konflikte am Arbeitsplatz so belasten

Am Arbeitsplatz verbringen wir einen grossen Teil unseres Tages. Wenn dort die Luft dick wird, spürt man das überall. Man weicht Begegnungen aus, formuliert E-Mails dreimal um und geht mit einem Kloss im Bauch zur Arbeit. Die eigentliche Aufgabe rückt in den Hintergrund, weil ein Teil der Energie ständig in die Spannung fliesst.

Das Belastende an einem Konflikt am Arbeitsplatz ist selten die Sache selbst. Es ist das Gefühl, nicht gesehen oder nicht fair behandelt zu werden. Solange dieses Gefühl keinen Raum bekommt, sucht es sich andere Wege. Es zeigt sich in Gereiztheit, in Rückzug oder in kleinen Sticheleien, die für Aussenstehende harmlos wirken.

Eskalation hat Stufen

Ein Konflikt kippt selten von einem Tag auf den anderen. Er entwickelt sich in Stufen. Am Anfang geht es um eine Sachfrage, etwa um eine Zuständigkeit oder eine Entscheidung. Wird sie nicht geklärt, verschiebt sich der Fokus langsam von der Sache auf die Person. Aus «wir sehen das unterschiedlich» wird «mit dem oder der kann man nicht arbeiten».

Mit jeder Stufe verengt sich der Spielraum. Die Beteiligten hören einander weniger zu, Lager bilden sich, das Team wählt Seiten. Genau deshalb lohnt es sich, früh hinzuschauen. Auf einer frühen Stufe reicht oft ein gutes Gespräch. Auf einer späten braucht es mehr, weil das Vertrauen erst wieder wachsen muss.

«Ein Konflikt ist keine Störung der Zusammenarbeit. Er ist ein Hinweis darauf, dass etwas geklärt werden will.»

Was Sie selbst tun können

Bevor Sie an Unterstützung von aussen denken, gibt es Schritte, die Sie selbst gehen können. Sie lösen nicht jeden Konflikt, doch sie verhindern oft, dass er sich weiter verhärtet.

Hinschauen Nehmen Sie die Spannung ernst, solange sie klein ist. Frühes Ansprechen ist leichter als spätes.
Trennen Unterscheiden Sie die Sache von der Person. Meist ist die Sache lösbar, sobald die Person sich gesehen fühlt.
Zuhören Fragen Sie nach, wie die andere Seite die Lage erlebt. Verstehen heisst nicht zustimmen.
Ich-Form Sprechen Sie von Ihrer Wahrnehmung, statt Vorwürfe zu formulieren. Das hält das Gespräch offen.

Wann ein Aussenblick hilft

Manche Konflikte lassen sich intern nicht mehr auflösen. Die Fronten sind verhärtet, oder die Beteiligten stehen in einem Machtgefälle, das ein offenes Gespräch erschwert. In solchen Situationen hilft ein Gegenüber, das keiner Seite zugehört und keine eigene Agenda mitbringt.

Genau das leistet Mediation, eine bewährte Form der Konfliktlösung. Als allparteilicher Mediator ergreife ich für niemanden Partei. Ich sorge dafür, dass beide Seiten zu Wort kommen, dass hinter den Positionen die eigentlichen Bedürfnisse sichtbar werden und dass am Ende eine Lösung steht, die beide mittragen können. Ich begleite Teams und Einzelpersonen im Berner Oberland sowie in der Region Bern und Thun. Mediation ist dabei fast immer schneller, günstiger und schonender für die Beziehungen als der Weg über Vorgesetzte oder gar über ein Gericht.

Was ein ungelöster Konflikt kostet

Ein Konflikt, der ungelöst weiterläuft, verschwindet nicht. Er zieht Kreise. Die Betroffenen verlieren Energie, die eigentlich der Arbeit gehört. Das Team spürt die Spannung und beginnt, sich zu positionieren. Aus einer Sache zwischen zwei Personen wird nach und nach ein Klima, das alle betrifft.

Was sich zuerst nur belastend anfühlt, wird mit der Zeit auch teuer. Krankheitstage nehmen zu, gute Leute schauen sich anderswo um, Entscheidungen ziehen sich in die Länge, weil niemand mehr offen spricht. Untersuchungen zur Zusammenarbeit zeigen seit Jahren, wie viel Arbeitszeit in ungelösten Konflikten gebunden wird. In meiner Begleitung sehe ich vor allem eines: Je länger zugewartet wird, desto grösser der Aufwand, das Vertrauen wieder aufzubauen. Frühes Hinschauen ist die günstigste Variante.

Ein Muster, das mir häufig begegnet

Ein Bild aus der Praxis, ohne konkrete Personen. Zwei Fachleute arbeiten seit Jahren gut zusammen. Dann fällt eine Entscheidung, bei der sich die eine übergangen fühlt. Sie sagt nichts, weil es ja Kleinigkeiten sind. Der andere merkt, dass die Stimmung kühler wird, kann es sich aber nicht erklären. Beide deuten das Verhalten des anderen zunehmend negativ. Aus Nichtgesagtem wird eine Geschichte. Diese Geschichte wird mit jeder Woche fester.

In einer Mediation bekommt genau dieses Nichtgesagte einen Ort. Beide schildern, wie sie die Lage erleben. Zum ersten Mal hören sie, was beim anderen wirklich angekommen ist. Oft löst sich die harte Front schon dadurch, dass die Bedürfnisse hinter den Positionen sichtbar werden. Am Ende steht keine Siegerin und kein Verlierer. Es steht eine Abmachung, wie die beiden künftig miteinander umgehen wollen.


Häufig gestellte Fragen

Was tun bei einem Konflikt mit Arbeitskollegen?

Sprechen Sie die Spannung früh und ruhig an, solange sie noch klein ist. Schildern Sie Ihre eigene Wahrnehmung ohne Vorwürfe und fragen Sie nach der Sicht der anderen Seite. Wenn ein direktes Gespräch nicht mehr gelingt, hilft ein allparteilicher Dritter, der das Gespräch strukturiert und beide Seiten hört.

Wann ist Mediation am Arbeitsplatz sinnvoll?

Dann, wenn die Beteiligten grundsätzlich weiter zusammenarbeiten wollen oder müssen und ein direktes Gespräch allein nicht mehr weiterführt. Mediation eignet sich für Konflikte zwischen Kolleginnen und Kollegen, in Teams und zwischen Führungspersonen. Sie ist freiwillig und vertraulich.

Kann man einen Konflikt auch ohne Vorgesetzte lösen?

Oft ja. Viele Konflikte lassen sich unter den Beteiligten klären, wenn der Rahmen stimmt. Eine Mediation lässt sich auch ohne Einbezug der Führung anstossen. In manchen Fällen ist es sinnvoll, die Vorgesetzten einzubeziehen, das besprechen wir gemeinsam.

Was kostet eine Mediation und wo findet sie statt?

Ein erstes Gespräch ist kostenlos und unverbindlich. Den Rahmen legen wir danach gemeinsam fest. Ich habe meinen Sitz in Interlaken und begleite Menschen in der ganzen Deutschschweiz, mit Schwerpunkt im Berner Oberland sowie in der Region Bern und Thun.

Bevor die Fronten hart werden.

Wenn Sie eine Spannung am Arbeitsplatz beschäftigt, lohnt sich ein erstes Gespräch. Es kostet nichts und verpflichtet zu nichts. Wir schauen gemeinsam, was der Situation weiterhilft.

Kostenloses Erstgespräch
vereinbaren
Beni von Gunten ist Coach, Mediator und Organisationsentwickler mit Sitz in Interlaken. Als zertifizierter Mediator (CAS Grundlagen der Mediation, Berner Fachhochschule) begleitet er Einzelpersonen, Teams und Führungspersonen allparteilich durch Konflikte und Veränderungen. Er ist in der ganzen Deutschschweiz tätig, mit Schwerpunkt im Berner Oberland sowie in der Region Bern und Thun.
© 2026 Lebensraum Interlaken GmbH. Alle Rechte vorbehalten.